[Equal] CfP und Tagung: Geschlecht im Kontext verschärfter ökonomischer Krisen (Deadline: 16.04.2012)

Elijah Strub elijah.strub at izfg.unibe.ch
Fri Jan 20 12:53:13 CET 2012


Call for Papers:
Geschlecht im Kontext verschärfter ökonomischer Krisen
Le genre dans le contexte de crises économiques aggravées 
Gender in Times of Hightened Economic Crises

Einreichungsfrist / Délai de soumission / Submission Deadline: 16. April
2012 

Fachtagung der Schweizerischen Gesellschaft für Geschlechterforschung SGGF /
Colloque de la Société suisse d’Études Genre / Conference of the Swiss
Association for Gender Studies SGGF
7./8. September 2012, Bern, Schweiz / Suisse / Switzerland 

Mit zunehmender Geschwindigkeit folgt gegenwärtig eine ökonomische Krise auf
die andere: Subprime-Krise, Bankenkrise, Finanzkrise, Ernährungskrise,
Eurokrise, Schuldenkrise, Exportkrise. Dies sind unterschiedliche
Bezeichnungen und Ausprägungen einer tief greifenden Systemkrise des
Kapitalismus, welche längst nicht mehr nur die Peripherie, die Länder des
globalen Südens, sondern spätestens seit 2008 definitiv auch die westlichen
Gesellschaften trifft. An die Politik wird zwar die Erwartung formuliert,
etwas gegen die bedrohliche Entwicklung zu unternehmen; gleichzeitig
entziehen sich die ökonomischen Dynamiken allen politischen Lenkungs- und
Regelungsversuchen, beziehungsweise sie werden diesen bewusst entzogen.
Gerahmt und verschärft werden die ökonomischen Krisenphänomene durch
ökologische Krisen, auf welche die Politik ebenfalls kaum mehr zu reagieren
vermag und die damit die Krise der Politik weiter verstärkt. Diese Prozesse
haben in weiten Teilen der Welt zu einer Verschärfung der gesellschaftlichen
Widersprüche, einer Zuspitzung von Ungleichheiten und einer Zunahme sozialer
Spannungen und Protesten geführt. 
Diese dramatischen Veränderungen betreffen auch Geschlecht und die
Geschlechterverhältnisse. Die ökonomischen Umstrukturierungsprozesse mit
ihren Folgen für die bezahlte und unbezahlte Arbeit und für die öffentlichen
Haushalte führen zu einer Neukonfigurationen zwischen und innerhalb der
Geschlechter. Darauf haben bereits verschiedene Stimmen aus der
Geschlechterfoschung, insbesondere aus der feministischen Ökonomie
hingewiesen. Wie allerdings die Folgen all dieser Entwicklungen konkret und
im Detail aus einer Geschlechterperspektive aussehen, ist erst in den
Anfängen untersucht und begriffen worden.
An ihrer Fachtagung 2012 will die SGGF eine Plattform schaffen für eine
erste breitere Bestandesaufnahme dieser ökonomischen
Umstrukturierungsprozesse und deren Bedeutung für Geschlecht und die
Geschlechterverhältnisse und damit einen Beitrag leisten zu einer
produktiven Diskussion und kritischen Einschätzung. Sie lädt dazu ein,
Forschungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten zu präsentieren. 
Folgende Themen sollen aus einer Geschlechterperspektive in den Blick
genommen werden: 
1.    Krisenbegriff, Prekarisierungskonzepte, Kapitalismus- und
Geschlechtertheorien, theoretische Zugangsweisen
2.    Teilhabe am Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen, Einkommen, Prekarität,
Armut 
3.    Care-Ökonomie, unbezahlte Arbeit, „Love Labour“, bezahlte Care-Arbeit,
Sex Work
4.    Politiken der Krise und Krise der Politik, Umbau von Sozial- und
Wohlfahrtsstaat,  Migrationspolitik
5.    Profit, Reichtum, Finanzsektor
6.    Ökonomisierung der Lebenswelt: Ausweitung der Konsumlogiken,
Ökonomisierung der Körper und Gefühle, Sexualisierung/Sexualität  
7.    Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus: Antifeminismus, Sexismus,
Homophobie, Rassismus, Islamfeindlichkeit.

Einreichungsverfahren Call for Papers
Umfang: Maximal eine Seite (= ca. 400 Wörter bzw. 3000 Zeichen ohne
Leerzeichen)
Einreichen bei: Elijah Strub, elijah.strub at izfg.unibe.ch, bis 16.04.2012  
Inhaltliche Rückfragen: Lilian Fankhauser, lilian.fankhauser at izfg.unibe.ch
Website: http://www.gendercampus.ch/d/sggf/10/03/default.aspx
Tagungssprachen: D, E, F; Sprachen Call: D,E,F

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